
Berufsfeuerwehr
Im Schnittpunkt von Eifel, Taunus, Hunsrück und Westerwald liegt Koblenz am Zusammenfluss von Rhein und Mosel. Etwa 9 vor Christus errichteten hier die Römer ein Militärlager und nannten es Confluentes, das heißt Zusammenfluss. Aus dem Militärlager entwickelte sich ein bedeutender Handelsplatz, der in seiner wechselvollen über 2000 jährigen Geschichte noch manch fremden Herrn zu ertragen hatte. Nachdem Koblenz über viele Jahrzehnte die größte Garnisonsstadt in Deutschland war, entwickelte sich Koblenz bis heute als Verwaltungs-, Dienstleistungs- und Kulturmittelpunkt und ist Oberzentrum einer bedeutenden Region im Westen Deutschlands.
Das Stadtgebiet umfasst 10.501 ha, und bildet einen Verkehrsknotenpunkt aus Eisenbahnlinien, drei Autobahnen, den Flüssen Rhein, Mosel und Lahn. Im Jahre 2005 lebten in Koblenz ca. 107.000 Einwohner, zu denen neben Soldaten und Studenten täglich ca. 40.000 Pendler kommen. Als touristisches Zentrum mit ca. 500.000 Übernachtungen im Jahr bietet Koblenz neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie der Festung Ehrenbreitstein, Schloss Stolzenfels oder dem Deutschen Eck regelmäßige Großveranstaltungen wie den "Schängel-Markt", Weinfeste und "Rhein in Flammen“. Darüber hinaus ist Koblenz das nördliche Tor zum Weltkulturerbe "Mittelrheintal".

Seit der Gründung der ersten Feuerwehreinheit – Stadt Mitte - im Jahre 1872 ist die Feuerwehr Koblenz manch bedeutsamen Wandel unterlegen. Im Jahre 1911, welches als das Gründungsjahr der Berufsfeuerwehr bezeichnet werden kann, wurden 12 hauptamtliche Feuerwehrleute eingestellt. Die organisatorischen Veränderungen und die Restrukturierung als Folge des 2. Weltkrieges sowie die kommunale Gebietsreform waren von großer Tragweite. Weniger spektakulär, aber in der Summe folgenreicher wirkten die vielen Anpassungsvorgänge an gesellschaftliche und technische Entwicklungen. So führte die Zunahme der Gefahrenpotentiale - ich nenne hier das Beispiel der Gefahrguttransporte - zur Verlagerung der Aufgabenschwerpunkte. In diesen Bereichen hat sich das Einsatzaufkommen vervielfacht. Auch die weltweite Bedrohung durch terroristische Aktivitäten erfordert von uns entsprechende Vorbereitungen. Es stellt sehr hohe Anforderungen an die Ausbildung und Ausrüstung der Feuerwehren. Die über die letzten Jahrzehnte rückläufige Tendenz bei den Bränden hat ihre Hauptursachen im hohen Sicherheitsstandard der Bauten, der technischen Einrichtungen und in den veränderten Heizgewohnheiten. Seit einigen Jahren stabilisiert sich der Anteil der Brände bei ca. ¼ der Gesamteinsätze. Koblenz am Zusammenfluss von Rhein und Mosel ist in regelmäßigen Abständen von Hochwasser betroffen die seit den Jahrhunderthochwässern 1993 und 1995 eine neue Qualität bekommen haben.
Neben den enormen Kosten stellt uns der Personaleinsatz bei diesen Katastrophen vor erhebliche Probleme. Schmerzlich macht sich die Strukturreform der Bundeswehr bemerkbar. Die bisher eingesetzten Facheinheiten sind nicht mehr verfügbar. Diesen Fehlbestand personell und materiell zu kompensieren ist eine gewaltige Aufgabe für die Feuerwehr Koblenz. Darüber hinaus wird in zunehmender Weise die Selbsthilfe der Bevölkerung gefragt sein. Mit den beiden Hochwasserhilfen in den Stadtteilen Neuendorf und Pfaffendorf gibt es bereits zwei vorbildliche Beispiele. Die Bürger haben bewiesen, dass die totgeglaubte Solidargemeinschaft in Krisenzeiten immer noch funktioniert. Auch wir, die Feuerwehren, müssen uns erneut auf diese Tugenden besinnen und unser derzeitiges Hilfeleistungssystem überdenken. Interkommunale Zusammenarbeit ist bis heute mehr ein Schlagwort als gelebte Praxis. Die Feuerwehren denken immer noch zu sehr in kleingliedrigen, ja teilweise in "kleinkarierten" Strukturen. Solch eine Einstellung ist wenig effektiv und in der Zukunft auch nicht mehr zu finanzieren. Die demographische Entwicklung in Deutschland, veränderte Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt sowie der allgemeine gesellschaftliche Wandel beeinflussen entscheidend die Marschrichtung unserer Überlebensstrategie; insbesondere bei den Freiwilligen Feuerwehren. Wir können unseren selbst sehr hochgesteckten Leistungsstandard nur durch einen ständigen Anpassungsprozess an die geänderten Rahmenbedingungen aufrecht erhalten.
Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Schröder
Branddirektor
Aktuelle Informationen
Feuerwehr Koblenz beendet den Hochwassereinsatz
Die Feuerwehr Koblenz hat den ersten Hochwassereinsatz für 2012 beendet. Alle Straßen sind wieder freigegeben.
100-jähriges Jubiläum
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